Wuppertal, die Stadt der Else Lasker-Schüler, in der ganzen Welt bekannt durch das Theater der Pina Bausch, die Stadt, der ich einige unvergessliche Theatererlebnisse verdanke. – Es erschüttert mich, dass sich diese Stadt den Luxus leisten will, sein traditionsreiches Theater zu schließen, sein künstlerisches Ansehen zu verschleudern.

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Leserbrief
Schauspielhaus; noch einmal und dann nimmermehr. Wim Wenders 3D-Tanzfilm über Pina Bausch
“Der erste große Drehtag im Schauspielhaus ist Montag, der 12. April. Wim möchte an diesem Tag Totale mit „Publikum“ drehen .Dazu brauchen wir 80 Leute aus unseren Familien- und Freundeskreisen, die Lust und vor allem Zeit haben, am Montag, den 12. April von 10:00 bis 19:00 Uhr durchgehend am Set zu sein. Es gibt kein Geld dafür, aber gute Verpflegung (catering) und sicher auch Spaß und einen spannenden Tag.“
Nur 80 Auserwählte, verteilt auf die ersten vier Reihen, durften ihrer Begeisterung freien Lauf lassen. Zwei mal wurde Kontakthof gegeben. Wim Wenders hatte uns mit dem Hinweis begrüßt: „ Sie sind wahrscheinlich die letzten Zuschauer, die auf diesen Stühlen sitzen“! Warum, wo doch unser Schauspielhaus seit Jahrzehnten eine wunderbare und gut funktionierende Spielstätte ist?
Grund ist der Brand am Düsseldorfer Flughafen, eine Verkettung unglücklicher Umstände.
Rückblick: Bei Fahrbahnarbeiten floss brennender Teer in einen Lüftungskanal. Hier und jetzt hätte eine gute Fee oder ein Rauchmelder das Gebläse ausschalten müssen. Die Katastrophe wäre verhindert worden. Aber es gibt keine Fee und auch keine Rauchmelder in Lüftungskanälen. Also fachte Frischluft den brennenden Teer (Brandlast) an und blies giftigen Qualm bis in den letzten Winkel des Flughafengebäudes. Hier erstickten die Opfer, von undurchdringlichen Glasfronten gefangen.
Als Konsequenz entstanden unbezahlbare Bauvorschriften die für alle Gebäude mit Lüftungskanälen gelten und für unser Schauspielhaus das Aus bedeuten.
Zunehmend wird technischer Sachverstand und Verantwortung durch Juristen ersetzt. Vor Eschede hätte der mutige Griff zur Notbremse die ICE Katastrophe verhindert. Der entgleiste Radsatz hatte schon 6 km vorher deutliche Klopfzeichen gegeben.
Nach der Entdeckung eines Risses im Gerüst unserer Schwebebahn wurde der Eindruck vermittelt, das 100 Jahre alte Bauwerk könnte möglicherweise, jedenfalls nicht auszuschließen, im Vorweihnachtstrubel wie ein Kartenhaus zusammenfallen.
Es gibt keine 100% Sicherheit, selbst wenn diese fünffach eingeplant wurde. Wenn in Köln mit krimineller Energie 80% des Bewehrungseisens gestohlen wurde, finden sich sogar Sprecher, die die verbliebenen 20% als ausreichend bezeichnen und mutmaßlich keine Ursache für den Einsturz des Stadtarchivs darin sehen.
16.4.2010
Volker Fahrney Reihe 1 Platz 18
Brillerstr 1B
42103 Wuppertal
0202 2574864
…meine erste theatererinnerung: ich war drei jahre alt, 1969, mein vater horst laube, war dramaturg an diesem theater, ich erhielt den “auftrag” die illustrationen für das programmheft des weihnachtsmärchens “pu, der bär” zu machen. ich war unendlich stolz.
das mag sentimental klingen, aber es ist traurig, wenn es diesen ort in wuppertal einfach nicht mehr geben soll.
luise laube,
wiesbaden