Ja – son! Medea calls subsequently. Jason! She shouts again, as Jason and Medea do not agree on this decision. And how could they? – He made it all by himself. This is the way it will be, he said to himself, and to her he said nothing. Jason and Medea are more than just at odds. (But things were going so well until now…) All of a sudden, they are not a couple anymore, they‘re two. Two lone warriors. Warriors in the battle of the sexes, in the war of cultures – dueling family members. At odds. No unity. Inherently embedded in this expression, which will now accompany them throughout their struggle, is Medea‘s answer to Jason‘s decision. No unity. Which leads to the following dialogue: Yes. – No. Yes. – No. Yes. – No. Or the other way around. No. – Yes, etc. And of course, they both use other words here and there, or even full sentences, yes, tirades of them! Yet at some point they inevitably reach an impasse.
Archive for May, 2010
So.
Ja. So.
Ja, so konnte es beginnen.
Jason, zum Beispiel, trifft eine Entscheidung.
Ja, so konnte es beginnen, das Unheil. (Dabei war doch alles noch so schon grade…) Jason trifft eine Entscheidung.
So.
Ja. So. Ja – son! Ruft daraufhin Medea. Jason! Brullt sie nochmals, denn Jason und Medea sind sich nicht einig uber diese Entscheidung. Wie auch, er hat sie ja ganz allein fur sich getroffen. So, hat er sich gesagt und ihr aber nichts gesagt.
Jason und Medea sind sogar mehr als uneins. (Dabei war doch alles noch so schon grade…) Sind plotzlich kein Paar mehr, sind zwei. Zwei Einzelkampfer. Krieger im Kampf der Geschlechter, im Kampf der Kulturen – Familienkrieger. Uneins. Eingebettet in dieses sie nun begleitende Adjektiv steckt unubersehbar auch Medeas Antwort auf Jasons Entscheidung. Uneins. Daraus ergibt sich folgender Dialog:
Ja.- Nein. Ja. – Nein. Ja – Nein. oder umgekehrt. Nein – Ja. usw., und naturlich verwenden die beiden auch noch das eine oder andere Wort, ganze Satze, ja,Tiraden!
Aber irgendwann stosen sie unweigerlich an eine Grenze.
An die Grenze des Sagbaren. An die Grenze der Worte. Und an diesem Ort, dem Ort ohne Wort, lassen sie Taten folgen, die einen schweigen lassen. Oder schreien. Aber kein Wort mehr, kein Wort.
Kein Wort.
So konnte es enden. Fur heute. Wir, die Tag fur Tag in den Grenzgebieten der Sprache nach den richtigen Worten suchen, machen einen Punkt. Setzen ein Zeichen und sagen:
So.
So konnte es enden.
Damn the law, beat policemen, chase away the homeless from their cardboard worlds, knock over the plates of beggars, sell drugs, sell contaminated drugs, understand the beats of your heart that are even darker than this, beg for the love of the destitute, create new laws for them and violate them immediately. Orient yourself on the maps drawn by the scribbling on the walls, see the fairy-tale order that reigns in the city. But why would Budapest cease to stick to this restless order,to the hatred painted on the walls, these are its signposts, its guidelines in a purgatory keen to uphold its honor. Maybe, if it let go, its outlines would fade, they would turn opaque like an old picture, weak, black and white, they would cease to be real. Its borders would dissolve and the city would rise to the sky.
Translated from Hungarian by Andrea Lövenberger
Steig hinab in die Unterführungen, übernachteauf den Bahnhöfen, leg dich an inden Ghettos der Vorstadt, höre, wie die Stadt atmet, wie sie sich voller Schuld im Bett windet, im Schlaf ächzt und schreit.Heirate Prostituierte, schließe Pakte der Brüderlichkeit mit Taschendieben, lass dir von den schönsten Transvestiten den Kopfverdrehen, sei charakterlos, ich befreiedich von deinen Hemmungen. Verfluche das Gesetz, verprügle Polizisten, verjagedie Obdachlosen aus ihren Pappkartonwelten, stoße die Schalen der Bettler um, verkaufe Drogen, verkaufe unreine Drogen, begreife jenen noch finstereren Schlag deines Herzens, gib dein Leben preis für die nächstbeste Nichtigkeit, sei taktvoll wie ein Kirchendiener, wenn er trunkenen Priesternbegegnet, bettle um die Liebe der Elenden, schreibe neue Gesetze für sie und brich sie umgehend, nimm wahr, wie Venus aus dem Schlamm der Stadt geboren wird, und die schönsten Töchter der Königin von Saba im Smog vor dir treiben, orientiere dich auf der Landkarte der Wandkritzeleien, bemerke die märchenhafte Ordnung, die die Stadtregiert. Warum sollte Budapest nicht an dieser unruhigen Ordnung festhalten, an dem an die Mauern gepinselten Hass, sie sind doch seine Wegweiser, Leitlinien im Fegefeuer, das seine Ehre heikel hütet; an den Wechselkursen der Gauner, die seinen Blutkreislauf bilden; an den aufgesammelten Pflastersteinen, da sie doch die Denkmälerseines Alltags sind, wie die angezündeten Autos seine Feiern, zu deren Flammen die Stadt tanzt. Seine Mauern sind rußig vom Hauch des Herrn, seine Ordnung – ein stahlblauerVogel mit Myrthezweig im Schnabel. Diese Ordnung schrieben eines Juni morgens singende Mädchen in den Staub, siehe da: die Ordnung der Stadt. Vielleicht, wenn sie all das aufgäbe, dann würden ihre Umrisse verschwimmen, trüb werden wie ein altes Bild, kraftlos, schwarz-weiß, sie wäre nicht mehr wirklich.Ihre Grenzen würden verfließen, und sie erhöbesich in die Luft.
Aus der Zeitschrift „Es“,Budapest 2009. Aus dem Ungarischen von Szilvia Petkov

In 1977, the spacecraft Voyager was launched into outer space equipped with a golden data disk. In 55 languages, it sent out a message for extraterrestrial ears. This means that, among other things, 90 minutes of music have been drifting through space ever since. On an audio cassette, I recorded 212 minutes of the sounds of Sarajevo – the voices of children, the sounds of the tram, the arguments of people waiting in line for water, the laughter of the military police, the Miljacka River, a cat, pigeons, gunfire in the distance, radio static, water spilling out of a small pot, a crackling fire (I had difficulties trying to record the snow), the applause after a performance in Kamerni Teatar, father‘s snoring, the muezzin, the war siren, my voice… The Red Cross told me they could not accept donations like this.
Translated into English by Lynnette Polcyn
Im Jahre 1977 wurde die Raumsonde Voyager ins Weltall geschickt, und an ihr war eine goldene Datenplatte angebracht, quasi eine Flasche, mit einer Nachricht, die an intelligente Wesen aus anderen Galaxien gerichtet ist. Carl Sagan war gemeinsam mit einer Gruppe von Wissenschaftlern der Verfasser dieser Nachricht, und die NASA übernahm die Rolle des kosmischen Postboten. Auf diese goldene Datenplatte ist die Lage des Planeten Erde eingraviert, sowie die menschliche DNS…
Gesendet wurde auch eine Reihe an Fotografien, die Bilder vom Leben auf diesem Planeten zeigen – das Diagramm eines Fetus, eine gebärende Frau, ein Baum, ein Insekt, Vater und Tochter, eine Tänzerin von Bali, ein Greis mit Brille und Bart, die Chinesische Mauer, ein Fischerboot, das Taj Mahal, ein Greis mit Hund und Blumen, ein Alpinist, ein Zug, eine Buchseite von I. Newton, der Sonnenuntergang, ein Streichquartett…
In 55 Sprachen wurde eine Nachricht für außerirdische Ohren gesprochen. In serbischer Sprache wurde mit der Stimme eines Anrufbeantworters gesagt: “Wir wünschen Euch das Allerbeste von unserem Planeten”. Schon seit 32 Jahren treiben 90 Minuten Musik durch das Weltall. Bach, ein senegalesischer Trommler, Lieder der Aborinignes “Morning Star” und “Devil Bird”, Chuck Berrys “Johnny B. Goode”, Armstrongs “Melancholy Blues”, Beethovens Fünfte…und intelligente Wesen haben die Möglichkeit, 115 Geräusche vom Planeten Erde zu hören – Wind, Regen, Vulkanausbruch, Donner, Vögel, Elefanten, Feuer, Menschengespräche, Schiffshorn, Kuss, Grillen, Frösche…
Im Jahre 1993 verließ sie die belagerte Stadt Sarajevo und ging 287 Kilometer weiter nach Zagreb. (Der Flug dauerte 21 Minuten) In einem Jahr sammelte ich sieben Fotografien, und nahm auf eine Audiokassette 212 Minuten die Geräusche Sarajevos auf – Stimmen von Kindern, die vor dem Fenster spielten, des Nachbars Stimme, während er Wache vor dem Hauseingang hielt, die Straßenbahn, den Streit in der Schlange beim Anstellen für das Wasser, das Lachen der Militärpolizisten, den Fluss Miljacka, eine Katze, Tauben, ein entferntes Geschützfeuer, Rauschen des Radios, das Verschütten des Wassers aus einem kleinen Topf, Anzünden eines Feuerzeugs, Feuerknistern (ich tat mir schwer beim Aufnehmen des Schnees), den Applaus nach der Vorstellung im Kamerni teatar, Risto Đogos Stimme, Vaters Scharchen, den Muezzin, die Kriegsirene, meine Stimme…
Man sagte mir beim Roten Kreuz, sie können solche Sendungen nicht entgegennehmen.
Aastaid tagasi kutsuti mind Bangladeshi filmfestivalile. Ausalt öeldes ei olnud mul eriti isu minna. Tundus kuidagi kauge ja hirmuäratav. No mida asja, mõtlesin ma, on sinna otsida. Samas on Bangladesh on bengalite riik, bengalite hulgast pärineb suuri luuletajaid. Näiteks Tagore. Uurisin veel välja, et Bangla Desh tähendab bangla keeles bangla riiki. Ja selle riigi pealinnaks on Dhaka. Pärast pikki kõhklusi ma siiski läksin.
Kuigi ma olin sündinud Nõukogude Liidus ja näinud nii mõndagi, varjutas Bangladeshis nähtu kõik. Bangladeshis elab 150 miljonit inimest kuue Eesti suurusel maa-alal – meid on oma maal vaid 1,5 miljonit -, millest suurem osa on savi ja elamiseks ei kõlba. Enamik rahvast on kogunenud hiiglaslikesse linnadesse Brahmaputra jõe äärde. Linnade täpsemat elanikearvu ei tea keegi. Aga kui sa küsid, oletatakse, et ju elab Monglas 20 miljonit ja Khulnas? Ehk on seal ka 20 miljonit inimest. Üle pole bengaleid võimalik lugeda, aga kindel on see, et iga aastaga sünnib neid umbes viis miljonit juurde. Varsti peavad nad üksteise kukile ronima, et oma maale ära ei mahtuda.
Nende inimeste põhilisteks kaaslasteks on nälg, ääretu vaesus harimatus, haigused ja islam, mis kohati võtab äärmusliku kuju. Umbes kümme miljonit usuhullu keeravad paar korda aastas Dhaka elu pea peale. Elu jäetakse seisma ja tänavatel hukkub sadu inimesi. Habemetega vanamehed nõuavad Allahi nimel neid ja teisi asju. Tavalised moslemid, lihtsad bengalid poevad siis oma ubrikutesse peitu ja ootavad. Kuni habemikel tuju paremaks läheb.
Dhakas olles tundus, et enamik bengaleid üritab end ära toita rikšajuhina. Neid on Dhakas kolmsada tuhat. Rikšajuhid on väiksed ja väsinud, aga kaks saja viiekümne kilost turisti sõidutavad nad silmagi pilgutamata teise linna otsa. Sest süüa on vaja. Take a seat, sir!
Kui rikšat ei jaksa osta, tuleb kerjata. Või röövida või jõkke hüpata – Brahmaputra voolab läbi Dhaka –, sinna läheb kogu solk. Kord aastas ujutavad jõed kogu maa üle ja umbes miljon inimest upub. Samas on jõed ainuke viis ringiliikumiseks, sest teid enamasti ei ole. Keskmisse laeva mahub viissada inimest: nelisada kolmandasse klassi, teise klassi sada ja esimesse klassi kakskümmend. Ruumi on aga kõigile klassidele võrdselt.
1928. aastal ehitatud kollane Rocket Steamer, millega ma sõitsin Dhakast ookeani lähedale Khulnasse, jäi õnneks vee peale. Kuid igal aastal läheb mitu tükki põhja koos kõigi oma klassidega. Khulna haiseb samamoodi kui Dhaka, kuid on veel vaesem. Teel hotelli näitas giid mulle Khulna litsimaja, kus meremehed käivad viie dollari eest nikkumas, ja rääkis Bangladeshi ja Pakistani vahelisest sõjast, kus möödaminnes tapeti seitse miljonit bengalit. Ma jõudsin hotelli, tegin teleka lahti ja …
… telekas näitas imeilusat lugu pruudist ja peigmehest ja suurest õnneliku lõpuga armastusest (Bangladeshis valib ema pojale naise. Armastus on keelatud!) Oli uhkeid autosid ja India diskot, elevante ja rikkaid printse, ilusaid inimesi ja tantsu ja laulu ja … Siis ma sain aru, miks bengal, olgu ta või vaesemast vaesem, ostab endale igal juhul televiisori. Sest vaid seal on elu!
Ja mis ma öelda tahtsin? Eestis toimub igasugu asju. Vanglad on täis, neid tekib aina juurde. Narkomaanid ja alkohoolikud on siin ja seal. Eestlased ja venelased kaklevad, tööpuudus tapab, riik sipleb kriisis, kuid riigivalitsejad teenivad miljoneid või varastavad, nii et neid tuleb hakata enne vangi panema, kui nad tööle jõuavadki. Külad surevad välja. Valge mees on meil kuningas nagu Bangladeshiski – musti mõnitatakse ja antakse peksa. Ma teen teleka lahti ja…
… meie teater mängib ikka ja jälle „Onu Vanjat“! Juba sada aastat järjest, laskmata end elust häirida.
All kinds of things are happening in Estonia. The jails are full. There are drug addicts and alcoholics everywhere. The Estonians are at odds with the Russians, the people are hounded by unemployment, the state is writhing in crisis, but the public servants earn millions – or steal. Colored people are harassed and mobbed. I turn on the television and …our theatre is actually staging “Uncle Vanya” again. We‘ve been doing it for a hundred years, undeterred by life.
Translated into English by Lynnette Polcyn
Vor Jahren wurde ich zu einem Filmfestival nach Bangladesh eingeladen. Um ehrlich zu sein, ich hatte keine große Lust zu fahren. Es kam mir irgendwie zu weit weg und bedrohlich vor. Was zum Kuckuck, dachte ich, habe ich da zu suchen. Andererseits ist Bangladesh das Land der Bengalen, und unter den Bengalen gibt es große Dichter. Zum Beispiel Tagore. Dann bekam ich noch heraus, dass Bangla Desh auf Bengalisch Land der Bengalen heißt. Und die Hauptstadt dieses Landes ist Dhaka. Nach einigem Zögern bin ich dann doch gefahren.
Obwohl ich in der Sowjetunion geboren bin und so manches gesehen habe, stellte das, was ich in Bangladesh sah, alles in den Schatten. In Bangladesh leben 150 Millionen Menschen auf einer Fläche, die sechsmal größer ist als Estland – wir auf unserer Fläche sind nur 1,5 Millionen – , davon ist der größte Teil Lehmboden, also untauglich. Die Mehrheit der Bengalen hat sich auf die riesigen Städte am Brahmaputra konzentriert. Die genaue Einwohnerzahl dieser Städte kennt keiner. Aber wenn du jemanden fragst, behauptet der, dass in Mongla doch 20 Millionen und in Khulna, nun ja, auch sehr viele leben. Vielleicht sind es auch da 20 Millionen. Die Bengalen zu zählen, ist nicht möglich, aber sicher ist, dass jedes Jahr ungefähr fünf Millionen hinzugeboren werden. Bald müssen sie im Doppelpack auftreten, um überhaupt noch in ihr Land zu passen.
Die hauptsächlichen Begleiter dieser Menschen sind Hunger, unvorstellbare Armut, Analphabetentum, Krankheiten und der Islam, der stellenweise extreme Formen annimmt. Etwa zehn Millionen religiöse Fanatiker stellen ein paarmal pro Jahr das Leben in Dhaka auf den Kopf. Man lässt das Leben Leben sein, auf den Straßen kommen Hunderte von Menschen um. Alte Männer mit Bärten verlangen im Namen Allahs die verschiedensten Sachen. Die gewöhnlichen Muslime, die einfachen Bengalen, verkriechen sich dann in ihren Hütten und warten ab. Bis die Laune der Bärtigen wieder hergestellt ist.
In Dhaka kam es mir so vor, als versuche sich die Mehrheit der Bengalen von Rikschafahren zu ernähren. Rikschas gibt es in Dhaka dreihunderttausend. Die Rikschafahrer sind klein und sehen müde aus, karren aber zwei Touristen von hundertfünfzig Kilo ohne mit der Wimper zu zucken ans andere Ende der Stadt. Denn man braucht ja was zu essen. Take a seat, sir!
Wer sich keine Rikscha kaufen kann, muss betteln. Oder auf Raubzug gehen oder in den Fluss springen – der Brahmaputra fließt durch Dhaka -, da hinein mündet aller Abschaum. Einmal pro Jahr überschwemmen die Flüsse das gesamte Land, und ungefähr eine Million Menschen ertrinkt. Gleichzeitig sind die Flüsse die einzige Möglichkeit, sich fortzubewegen, denn Straßen gibt es meistens nicht. In einen durchschnittlichen Flussdampfer passen fünfhundert Menschen: vierhundert in die dritte Klasse, in die zweite Klasse hundert, und in die erste Klasse zwanzig. Vom Platz her aber sind alle Klassen gleich.
Der gelbe „Rocket Steamer“, Baujahr 1928, mit dem ich von Dhaka in das ozeannahe Khulna fuhr, hielt sich glücklicherweise über Wasser. Doch jedes Jahr gehen mehrere Schiffe mitsamt ihren Klassen unter. Khulna stinkt genauso wie Dhaka, ist aber noch ärmer. Auf dem Weg ins Hotel zeigte mir der Guide das Bordell von Khulna, wo die Seeleute für fünf Dollar vögeln und erzählte vom Krieg zwischen Pakistan und Bangladesh, wo so ganz nebenbei sieben Millionen Bengalen getötet wurden. Ich kam ins Hotel, machte den Fernseher an und …
… sah die wunderschöne Geschichte von einer Braut und einem Bräutigam und einer großen, glücklich endenden Liebe (in Bangladesh wählt die Mutter die Frau für ihren Sohn aus. Liebe ist verboten!). Es gab tolle Schlitten und eine indische Disko, Elefanten und reiche Prinzen, schöne Menschen, Tanz und Gesang und … Da begriff ich, warum der Bengale, und sei er noch so arm, sich unbedingt einen Fernseher kauft. Weil nur da das Leben spielt!
Aber was wollte ich sagen? In Estland passiert auch so allerhand. Die Gefängnisse sind voll, ständig kommen neue hinzu. Drogensüchtige und Alkoholiker gibt es allerorten. Die Esten und die Russen streiten sich, die Arbeitslosigkeit bringt die Leute zur Strecke, der Staat windet sich in der Krise, aber die Staatsdiener verdienen Millionen oder klauen, so dass man sie in den Knast stecken sollte, ehe sie überhaupt ihren Dienst antreten. Die Dörfer sterben aus. Der weiße Mann ist König, bei uns wie in Bangladesh, der Farbige wird angepöbelt und verdroschen. Ich mache den Fernseher an und …
… unser Theater spielt wahrhaftig wieder „Onkel Wanja“. Schon hundert Jahre lang, ohne sich vom Leben beirren zu lassen.
Aus dem Estnischen von Irja Grönholm
… a sheet of white paper, on the other hand, holds all possibilities in its simplicity. Perhaps that is what makes it so difficult to begin. The author knows that every written word means a limitation. Even the most successful text is, in comparison with the perfection of the sheet of white paper, somewhat ridiculous and futile. Le langage ne se refuse qu’à une chose, c’est faire aussi peu de bruit que le silence, said Ponge in his notes on a poem by Mallarme… … “Art happens,” said Whistler, … but sometimes you have to meet it halfway … set off on a journey, break away from your body, go from limbs to lines, stride after stride, failing, wandering, ambling in anticipation of undiscovered word-places, treading away from fiber and fable and apple, finding a corresponding language for this journey, walking on…
Translated into English by Lynnette Polcyn

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