
Es sprudelt. Fotos: Lena Rittmeyer
Wir zeigen Ihnen schöne Dinge, in Mainz und Wiesbaden. Heute: ein gesundes Wässerchen.
Spaziere ich in Wiesbaden am Hessischen Staatstheater vorbei Richtung Casino, biege dann aber auf gleicher Höhe links ab, sichte ich bereits weiße Nebelschwaden, die aus den Gullideckeln neben einem Spielplatz aufsteigen. Im kleinen Pavillon, wo sich im Gegensatz zum auffälligeren UFO-förmigen ‘Kochbrunnenspringer‘ das Quellwasser abfüllen lässt, fanden sich im 19. Jahrhundert die Wiesbadener zu ihren Trinkkuren ein.

Maßvoll tut gut.
Hier lässt sich auch heute noch bequem ein mitgebrachter Behälter unter das fließende Wasser halten, was ich auch gleich voller Durst und Neugier tue. Das Wasser des Kochbrunnens enthält Mineralstoffe, ist 66,1° Celsius warm, etwas trüb und schmeckt leicht salzig. Beim Trinken umschwebt mich außerdem ein Hauch ‘faule Eier’, was ich später als Schwefelwasserstoff identifiziere. Dieser kann übrigens auch bei Flatulenzen entstehen und als Körpergas den Darm verlassen.

Die Trinkende.
Um die farblichen Veränderungen des Kochbrunnenwassers in den weiteren Stunden zu beobachten, trage ich ein volles Champagnerglas durch die Straßen Wiesbadens, wobei ich lerne, dass sich nicht nur Natrium, ein im Quellwasser ebenfalls enthaltenes Alkalimetall, durch Reaktionsfreudigkeit auszeichnet. Das wird immer trüber. Inzwischen bin ich auf Höhe des Staatstheaters, wo gerade die letzten Vorbereitungen für die feierliche Eröffnung der Biennale laufen. Catering mit Schnitten, Sekt und so. Einer sieht mein Champagnerglas und ruft mir freudig zu: “Na sowas! Bisschen früh, ne?”

RSS Feed
Facebook