Der lettische Regisseur Alvis Hermanis erzählt in einer 90-minütigen Séance eher eindimensional von der Wunderheilerin Blauberger Marta.
Auf einer langen Bank rücken zwölf Heilssuchende eng zusammen und berichten von ihren Erlebnissen mit der Blauberger Marta, einer hellsichtigen Frau, die zu Lebzeiten Leute von ihren Leiden befreite. Regisseur Alvis Hermanis arbeitet mit dem Bild der biblischen Abendmahlszene und zeigt eine Gemeinschaft, die eine geteilte Sehnsucht nach dem Übernatürlichen zusammenhält.
Bis auf eine wiederholte popkulturelle Reminiszenz an David Camerons Erfolgsfilm “Titanic” hat der lettische Alleskönner Hermanis, der sich ansonsten gerne in zwei- bis vierstündigen Produktionen austobt, dieses Mal in knappen neunzig Minuten keine über den Text hinausreichende Bühnensprache gefunden. Zu häufig doppelt er das Geschehen. Zu stimmungsvollen Bildern, in denen die Bedeutung nicht lediglich am Text haftet, kommt es nur selten.
Eine ausführliche Kritik finden Sie in unserer Zeitung “Printblog”, welche am am Dienstag, 22. Juni 2010 erscheint, in Wiesbaden und Mainz verteilt und in beiden Städten an vielen Orten ausliegen wird.


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Was ist nur los mit dem Mann, leidet er unter dem Jetset? Was er bei den Wiener Festwochen rausgebracht hat, “Friedhofsfest”, glich auch eher einem Volkshochschulvortrag über Lettland als einem Theaterabend. Vielleicht sollte er wieder mehr fremde Texte inszenieren…