Wenn Sie wissen wollen, wo wir newplays-Journalisten arbeiten: im Wiesbadener Presseclub. Hier entsteht auch gerade unsere erste “Printblog”-Ausgabe, die alle Mainzer und Wiesbadener morgen in den Händen halten können.

Der Flipchart liefert die Bildunterschrift zur Ahnengalerie. Foto: Karl W. Flender
Ich betrete den Presseclub und mir schlägt Rotary-Club-Feeling entgegen. Dunkle Holztische und mit grünem Leder bezogene Stühle, eine reichhaltige Bar, der goldene Kronleuchter. Ehrfürchtig betrachte ich die Ahnengalerie an den Wänden, unglaublich, wer schon in diesen heiligen Hallen weilte! Steinbrück, Wowi, Möllemann. Ich muss etwas über ein Portrait schmunzeln, zu dem wohl die örtliche BILD-Redakteurin die Bildunterschrift verfasst hat: “AIDS-Pfarrer Stefan Hippler besucht den Presseclub!”
Und wie sie alle gestikulieren! Entweder diese Trappatoni-Geste, bei der die vier Finger zum Daumen geführt werden, oder der ausgestreckte, der erhobene Zeigefinger. Oder die Mr. Spock Fingerartistik, bei der zwischen Mittel- und Ringfinger eine Lücke besteht, dann das rechtwinklig abgeknickte Handgelenk, oder die zur Decke geöffneten Hände, als würde das Gewicht zweier Weinflaschen miteinander verglichen. Bei uns in der Redaktionssitzung dagegen: Gestik-Lethargie. Wir müssen wohl noch auf die Weide.
Aus jedem zweiten Ahnenportrait spricht außerdem ein rotweinseliger Blick. Es werden mitunter absurde Diskussionsvorwände gefunden, um die Bar zu plündern (drei offene Weine), zum Beispiel: “Wie der Wein zum Fußball passt” oder “Wie sich der deutsche Wein in der Welt behaupten will”.
Am letzten Redaktionstag werde ich heimlich ein Foto austauschen. Dann blicke ich auf ewig bei einem Glas Rotwein von der Wand – wahrscheinlich wird dafür ein Bild von Kristina Köhler daran glauben müssen.

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eine äußerst, äußerst elegante art & weise sich ins kulturelle gedächtnis des presseclubs einzuschreiben.
Will man da denn bleiben? Für ein Lächeln hat’s bei mir auf jeden Fall gereicht. =)
stimmt eigentlich…
[...] der Chocolateria Kunder in der Wilhelmstraße zu lesen, an dem ich jeden Tag auf dem Weg zu unseren Redaktionsräumen vorbeilaufe. Seitdem gehen mir diese Ananastörtchen nicht mehr aus dem Kopf. Ich muss sie endlich [...]