Mein Zehnter zum Zehnten der Biennale
Mein zehntes Jubiläum war nicht der zehnte Geburtstag, nicht der zwanzigste, sondern der vierzehnte. 1989, zehn Jahre zuvor, hatten meine Eltern das damals noch kommunistische Polen verlassen auf der Suche nach einer besseren Existenz, die sie im westlichen Nachbarland zu finden erhofften. Für den damals noch kleinen Jakob bedeutete das den Eintritt in eine andere Welt, und wie so oft wurde diese neue Welt vermittelt über eine neue Sprache, die deutsche. Nach der polnischen der Eintritt in die deutsche Wirklichkeit: Es ist, als hätte man zwei Geburtstage – einen biologischen und einen kulturellen. Es ist, als wäre Identität immer in Bewegung und sollte es auch sein, immer dynamisch, sich entwickeln, als sollte jeder Eintritt in eine andere Sprachlichkeit, mithin jede verfremdende-entfremdende Übersetzung gefeiert werden, jede Vermittlung zwischen Kontingenz und Kultur. Wenn auch dieses zehnte Jubiläum damals in Unterfranken, fernab der Kultur, stattfand.

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