Fabrice Murgias “Der Kummer der Menschenfresser” untersucht heutige Albtraumszenarien: den Amokläufer von Emsdetten und die über Jahre eingesperrte Natascha Kampusch. Eine Audiokritik.

Offenen Auges. Foto: Lena Obst
Lieber eine klassische Textkritik lesen? Hier lang.

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Vermutlich erfordert die französische Prononciation mit ihren nVokal-Folgen eine geübte Zunge. Oder geübte Stirn- und Nasennebenhöhlen, die sich dem Französischen angesichtig werdend, gekonnt verschließen. Das Deutsche hat in seinem Ausdruck umgangssprachlich eher wenig nasales.
Vielleicht wurde hier bei der morgendlichen Stimmbildung vor der Aufnahme der Audiokritik zur Inszenierung des Stücks “Der Kummer der Menschenfresser”, die Funktion der Stimme, nein, vielmehr ihre Relevanz bei der verbalen Präsentation eines Themas (vor allem in einem Bereich, der irgendwie mit Kunst zu tun hat) außer Acht gelassen.
Bei der Lektüre der von Ihnen, Frau Kärn, verfassten Kritik habe ich mich außerdem gefragt, inwiefern der Heldenbegriff, der in dem von Ihnen beschriebenen Stück aufgenommen wird, für das Theater neuartig und interessant sein könnte. Ist nicht gerade die traditionelle Vor- und Darstellung eines heldenhaften Charakters, sich über Grenzen hinwegzusetzen und im “Namen einer Idee große Taten vollbringen und dabei ihr Leben wagen”, was sie “über den Stand der gemeinen Menschen erhebt”?
Ich nehme an, dass sich die Figur Bastian gerade darüber definiert.
Womöglich hat aber auch nur das von Ihnen kritisch besprochene Stück nicht die Reflektiertheit, der eine gewisse eigene Reflektiertheit gegenüberzustellen sich lohnte.
[...] zum Stück: hier. More about: Amok, Bastian Bosse, chagrin des ogres, Fabrice Muriga, Kummer der Menschenfresser, [...]