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Übersetzer-Werkstatt


Ein Glossar

Anwälte: Übersetzer verstehen sich als Anwälte der Originalautoren, als kreative Zweitautoren und als Vermittler zwischen Text und Inszenierung.

Autoren: Sprechen mit den Übersetzern über ihre Texte. Nicht immer die besten Auskunftgeber über ihre Texte, da vieles intuitiv entstanden ist.

Diskussionsstoff: Textstellen, über die die Übersetzer ewig diskutieren, werden oft bei der Inszenierungsarbeit gar nicht bemerkt. Für Übersetzer unauffällige Sätze bewirken Regieeinfälle.

Endgültigkeit: Übersetzen ist ein Prozess, bei dem kein Anspruch auf Endgültigkeit erhoben wird. Das Ziel ist der bestmöglichste Text.

Fragen, richtige: Ein guter Übersetzer stellt viele richtige Fragen.

Geschick: Die kleinteilige Arbeit, etwa an der Sprache einer Figur, erfordert viel Geschick: Wie ist die Redeweise einer Figur? Realistisch, psychologisch plausibel oder gekünstelt? Welche Stilmittel werden benutzt? Wo sind intendierte sprachliche Brüche? Figurensprache wird im Übersetzerforum mit den Autoren direkt besprochen.

Lesung, szenisch: Meist erste Bewährungsprobe für eine Übersetzung.

Originalsprache: Gespräche über Verständnis-, Stil- und Recherchefragen, etwa bei Fachwörtern oder bei der Entscheidung zwischen “Schiff”, “Dampfer” oder “Boot”, werden in der Sprache des Autors geführt.

Informationsquelle: Frank Heibert, Übersetzer und Leiter FORUM THEATERÜBERSETZUNG. Foto: Lea Gerschwitz

Potenzialäquivalenz: Der Übersetzungstext sollte möglichst offen gehalten werden, damit Regisseure und Schauspieler Bewegungsfreiraum haben. Beispielsweise beinhaltet “Na, super!” bereits eine spöttische Richtung. Die offenere Alternative: “Das ist toll!”

Runde, zweite: Im Unterschied zu Prosatexten, die mit dem Druck des Buchs abgeschlossen sind, gibt es für Dramatik und ihre Übersetzung eine “zweite Runde”, in der sich der Text weiter entwickelt, weil er benutzt wird.

Sprachpolizei: Umgangsprachlich für Übersetzer, verbreitet bei Regisseuren und Dramaturgen, die sich oft vor einer Zusammenarbeit mit Übersetzer scheuen.

Teamarbeit: Jede Übersetzung wird laut vor allen Teilnehmern gelesen und besprochen.

Teilnehmer: Erfahrene Prosa- und Theaterübersetzer, Regisseure und andere Theatermacher.

Wirkungsäquivalenz: Wieweit kann eine Bedeutung verschoben werden, damit immer noch die beabsichtigte Wirkung erzielt wird, warum setzt der Autor dieses Wort an dieser Stelle im Stück ein?

Zukunft: Neue Kontakte, neue Übersetzungen. Stärkere Zusammenarbeit zwischen Übersetzern, Autoren und Regisseuren, siehe auch: Endgültigkeit.

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