… dessen System zunehmend von ökonomischen Fakoren gefährdet wird
Das italienische Theater ist bekanntlich ein Wandertheater: Die Stücke stehen nicht länger als einen Monat in Rom oder Mailand auf dem Spielplan und ziehen dann durch die Städte und Dörfer, wo sie jeweils für einen oder zwei Tage gespielt werden. Dieses fantastische System stammt aus alten Zeiten und ermöglicht es auch den Bühnen in der Provinz, großes Theater mit berühmten Schauspielern und von bedeutenden Regisseuren zu zeigen.
Es ist aber auch teuer: Die Kosten für Schauspieler und Techniker, für Transport und Aufbau der Bühnenbilder sind mit der Zeit gestiegen und heute haben die Kommunen kein Geld mehr, um die Stücke für ihre Theater einzukaufen. Meistens sind das historische, wunderschöne, kunstvolle, imponierende Theaterhäuser, die aber auch teuer im Unterhalt sind. Das alte System funktioniert immer seltener. Und da die Theater immer weniger Möglichkeiten haben zu gastieren, führt das auch zu einer Verringerung der Schauspielproduktionen. Darunter leiden vor allem die neuen Stücke. Nur wenige italienische Uraufführungen gastieren in bedeutenden Theaterhäusern, die Neue Dramaturgie muss auf zweitrangige Bühnen ausweichen. Das ist ein Moment des Übergangs in einem System, das sich ändern muss. Allerdings trägt die Wirtschaftskrise gewiss gerade nicht dazu bei, Lösungen zu finden.
Dennoch fehlt es auch in dieser Situation nicht an bedeutenden neuen Stücken: Es gibt eine stattliche Zahl etablierter älterer Autoren und eine viel versprechende Generation junger kreativer Dramatiker. Das lässt für die Zukunft Gutes hoffen.
Übersetzung: Stephanie Twiehaus.

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