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Hotel California

Das Forum Junger Autoren lädt mit „Drama, Baby“ zum Stück-Spaziergang

Hilda Anna Papst und Darius Lukas Piraitis (Foto: Ste Murray).

Keine leichte Aufgabe für Texte von 20 DramatikerInnen eine gemeinsame Form zu finden, die etwa eine Stunde dauern und eigenhändig aufgeführt werden soll. Sie müssen nicht nur beweisen, dass sie etwas von Worten und Inhalten verstehen, sondern auch noch für die Darbietung Sorge tragen. Dazu müssen sie sich etwas Gewitztes einfallen lassen, um der eventuellen Monotonie, die hinter zwanzig Fünfminütern lauert, von vornherein entgegen zu treten. Was machen sie also? Sie fügen sich einem erweiterten Autorenbegriff und laden zum Spaziergang. Treffpunkt Kolonnaden. weiterlesen »

Live-Blog: Kunstfreiheit in den Ländern der EU

Am vorletzten Tag des Festivals gehts um Grundsätzliches: Wie frei ist die Kunst in den Ländern der europäischen Union? Mária Mayer-Szilágy und Henk Scholten, Theatermacher aus Ungarn und den Niederlanden, diskutieren mit Thomas Engel (Internationales Theater Institut) und Dr. Ruth Fühner (Hessischer Rundfunk). Bleiben sie auf dem Laufenden mit unserm Live-Blog aus dem Festivalzelt!

16.58: Nach und nach schlendern die Besucher durch den Park und sammeln sich in der freundlichen Atmosphäre des Festivalzeltes.

17.03: Noch ist die Bühne leer. Die Moderatorin Dr. Ruth Fühner wurde aber schon gesichtet.

17.09: Die Diskutanten haben die Plätze eingenommen. Ruth Fühner begrüßt die Anwesenden. weiterlesen »

Björn mit dem Hackebeilchen

Das isländische Gruppe Vesturport beschäftigt sich mit der mythischen Geschichte eines Serienmörders

Man sagt, es gäbe auf Island keine Morde, von Mordserien ganz zu schweigen, das Land habe seit jeher die niedrigste Mordrate weltweit. Tatsächlich muss man weit in der Geschichte des Landes zurückgehen, um das Klischee vom nordischen Arkadien zu widerlegen und mit Björn von Öxl auf einen isländischen Serienkiller zu stoßen. Axlar-Björn, so sein isländischer Name, weiterlesen »

Totentanz

Dimiter Gotscheff beschwört mit Peter Handkes „Immer noch Sturm“ lebendige Tote

Im Himmel, so erzählt man Kindern, treffen sich alle wieder: Die Großeltern und Eltern, deren Kinder und Kindeskinder sind dort auf ewig als Familie vereint. Fast meint man, der Ich–Erzähler in Peter Handkes „Immer noch Sturm“ ist schon dort angekommen. „Wo sind wir?“, „Was ist das für ein Ort?“, „Gar kein Ort?“, fragt er zu Beginn. Doch noch sind es sehr konkrete irdische Gefilde, an denen der Nachfahre auf seine Ahnen trifft: auf einer Bank im Kärntener Jaunfeld, weiterlesen »

Ein Date

Ins Theater mit: Sorin Mihail Avram. Der diplomierte Kaufmann und Kirschverkäufer  begleitet mich zu „Mariapias Tagebuch“ nach Mainz. 

Sorin und ich vor dem Theater (Foto: Maxi Zahn).

Wir treffen uns am Wiesbadener Hauptbahnhof. Fast erkenne ich den eleganten Herrn mit Sonnenbrille und im dunkeln Anzug nicht. Hinter seinem Kirschstand in der Fußgängerzone hat er etwas legerere Kleidung getragen. Auf mein Kompliment zu seinem Outfit berichtet er, er habe überlegt, mich anzurufen, um zu fragen, ob er wohl in Jeans kommen könne. Aber dann habe er doch gedacht, es sollte der Anzug sein: „Schließlich gehen wir ja ins Theater!“ Als ich ihm seine Karte geben will, lehnt er ab: die soll doch lieber ich verwalten, nicht dass da was schief geht; umso mehr da sie ja auch als Fahrkarte fungiert. „Eine tolle Sache“, findet Sorin.

Noch am Bahnsteig beginnt mein Begleiter lebhaft zu erzählen: Geboren in der rumänischen Stadt Arad, hat er in Italien studiert und später eine große Firma geleitet. Vor anderthalb Jahren siedelte er nach Deutschland über. Heute arbeitet er zusammen mit einem Freund im Verein „1-Global Climate Cent e.V.“ Er ist Schriftführer und betreut die Vereinsaktivitäten aus weiterlesen »

Kein Date

Ins Theater mit …: Meine Suche nach einem Wiesbadener, der mich ins Theater begleitet, bleibt erfolglos. Vorerst.

"Keine eigenen Freunde?" Elisabeth Michelbach in der Wiesbadener Innenstadt (Foto: Meike Hickmann).

Ich beobachte das seit Beginn des Festivals: Internationales Sprachengewirr im Festivalzelt, deutsche und europäische Theaterprominenz drängt in die Aufführungen, aber wo sind eigentlich die Wiesbadener? Sind sie von Natur aus unauffällig oder wirklich nicht so zahlreich auf der Biennale vertreten?
Weil die Menschen dieser Stadt, ihre Meinungen zum Festival und den dort gezeigten Produktionen mich interessieren, besorge ich zwei Karten für die Aufführung „Stecher und Lutscher“ am Samstagabend um 19:30 Uhr. Und ziehe los, um mir einen Wiesbadener Begleiter für diese Vorstellung zu suchen.

Auch wenn der Termin – Wochenende! Fußball EM! – ein bisschen gewagt ist und meinem Wiesbadener einiges an Spontanität abverlangt, bin ich ganz sicher, meine Karte los zu werden. Zuerst versuche ich es im Fischladen in der Marktstraße. So ein schönes Geschäft! Der Verkäufer reagiert freundlich auf meine Frage, muss aber angesichts seiner zwei Jobs und seinen Kindern ablehnen. Wer kann es ihm verübeln. weiterlesen »

Spielfreudige Spielfreunde

„Das war ich nicht“ ist perfekte Unterhaltung an einem Sonntagnachmittag

Martin Müller, Rainer Kühn und Viola Pobitschka (Foto: Martin Kaufhold).

Dass Romanadaptionen der großen Klassiker auf deutschen Bühnen hoch im Kurs stehen, ist hinlänglich bekannt und kontrovers diskutiert. Die Ausweitung der dramaturgischen Beutezüge in die Gefilde der Gegenwarts-Prosa allerdings scheint eine neue aber nicht weniger markante Ausformung dieses Phänomens zu sein: Da ist Wolfgang Herrndorfs „Tschick“, das nach der Uraufführung in Dresden im vergangenen November heute auf jeder zweiten Bühne zu sehen ist. Gerade hat am Berliner HAU das Mammut-Projekt zu David Foster Wallace „Infinite Jest“ Premiere gehabt. Und das Wiesbadener Staatstheater weiterlesen »

Neu? Stücke?? Europa???

Auf der Suche nach dem Sinn des Festivals

Tankred Dorst und Ursula Ehler fordern in ihrem Grußwort zur diesjährigen Theaterbiennale: „Man sollte 2012 darüber nachdenken, was das heißt: ‚Neu‘, was das heißt: ‚Stücke‘, was das heißt: ‚Europa‘“. Machen wir. Die Passanten in der Wiesbadener Fußgängerzone sind ganz im EM-Fieber: Neu? Manuel Neuer! schießt es mir entgegen. Europa? Meister! Aber wie um Himmels Willen passt da  jetzt ‚Stücke‘ hinein?! Zerstückelt, Stückchen, weiterlesen »

Die Ungarmädels

Béla Pintér und seine Kompanie zeigen „Miststück“ in Mainz

Darf man als Kritikerin zur Einführung gehen, die vor Beginn des Stücks gegeben wird? Oder beeinträchtigt das zu sehr den Blick? Jetzt ist es sowieso zu spät, denn ich habe sie mir vor der Aufführung des ungarischen Festivalbeitrags „Miststück“ im kleinen Haus des Staatstheaters Mainz angehört. Pintérs Inszenierung sei als „Seifenoper auf dem Lande“ zu verstehen, hieß es da. Aha. weiterlesen »

Die Dorfschönheiten

Schwarze Milch: Alvis Hermanis und das Jaunais Rīgas Teātris eröffnen das Festival

Der Abend beginnt im Rhythmus des Melkens: Jenem charakteristischen Geräusch, das erklingt, wenn Milch aus dem Kuheuter in einen Blecheimer spritzt. Die Schauspieler sitzen mit dem Rücken zum Publikum auf ihren Melkschemeln und wiegen sich im Takt jener Arbeit, die das Leben auf dem Land Jahrhunderte lang strukturiert hat.

Kühe gibt es auf der Bühne keine, und doch ist es kein imaginäres Vieh, das da gemolken wird. Denn die Kühe, das sind in Alvis Hermanis’ Inszenierung die Schauspielerinnen, die weiterlesen »

Am liebsten bin ich…

Am liebsten bin ich… from New Plays on Vimeo.