das weise Blatt hingegen enthalt in seiner Einfachheit (und Perfektion) alle Moglichkeiten. Vielleicht macht gerade das den Anfang so schwer. Der Autor weis, dass jedes geschriebene Wort eine Einschrankung bedeutet. Auch der gelungenste Text wird im Vergleich zur Vollkommenheit des weisen Blattes etwas Lacherliches, da Vergebliches haben (le langage ne se refuse qu’à une chose, c’est faire aussi peu de bruit que le silence, sagt Ponge in den Notizen zu einem Gedicht Mallarmes, und etwas weiter: tandis que n’importe quels signes, sauf peut-être ceux de l’absence, nous laissent absents). … Wahrend der Arbeit an „Grenzgang“ sties ich auf einen Text von Henry David Thoreau, „Walking“, in dem ich dann auch das wunderbare Wort „sauntering“ fand, „which word is beautifully derived from idle people who roved about the country, in the middle ages, and asked charity, under pretence of going à la sainte terre“ … some, however would derive the word from sans terre, without land or home, which, therefore, in the good sense, will mean, having no particular home, but equally at home everywhere… l’ecrivain en quête de sa sainte terre – nomade plutot que pèlerin – est necessairement sans terre ; il cree ses lieux par le mouvement (de la marche et de l’ecriture) … schreibe in der Bewegung, im Dazwischen, zwischen den Gattungen, zwischen den Sprachen, grenzuberschreitend … sauntering, gehen, atmen Rhythmus des Schrittes, Schriftfluss, von unten kommen die Satze, aus der Ferne, aus der Tiefe, aus einer Zeit, die mich nicht kannte … „art happens“ sagt Whistler, … aber manchmal muss man ihr entgegen gehen (ich jedenfalls)…aufbrechen, vom Gen zum Gehen, von der Zelle zur Zeile, schreiten und scheitern und schreiten, wandern, andern, weglos Wort-Orte erahnend, aufbrechen Faser und Fabel und Apfel, die dem Aufbrechen entsprechende Sprache finden, gehen …
Tagebuch-Auszüge, veröffentlicht in „Virum wäisse“ Blat, éditions Guy Binsfeld, Luxemburg 2003