Posts Tagged ‘Allegretto Albania’


Darauf haben alle gewartet: Das FORUM JUNGER THEATERKRITIKER hat sich entschieden. In einem komplexen Punktesystem und geheimer Abstimmung wurden von insgesamt 12 kritischen Köpfen aus 24 eingeladenen Biennale-Produktionen die Favoriten auserkoren. Der eindeutige Gewinner des leider gar nicht dotierten, aber höchst prestigeträchtigen Kritikerpreises kommt aus Albanien. Deutschland, als Gastgeber fix im Rennen, ging auch diesmal wieder leer aus. (more…)


Die neuen Stücke aus Europa begnügen sich nicht mehr mit Text. Musik aller Art ist zunehmend Teil ihrer Konzeption.

Kaum eine Inszenierung kommt heute noch ohne die Klangebene aus. Das ist im deutschsprachigen Raum so, und auch, wie man an der Biennale 2010 erkennt, in ganz Europa. Besonders auffällig ist dieses Jahr die Tendenz zum Strukturieren von Stücken mit Hilfe von Liedtexten. (more…)


Er benutzte sein Büro im Kulturministerium als Schreib-Studio: Der albanische Autor Stefan Çapaliku spricht über seine Arbeit als Dramatiker.

Kann das Wort Exterophilie erklären: Stefan Çapaliku, albanischer Dramatiker. Foto: Pesl

Herr Çapaliku, Sie haben für das albanische Kulturministerium gearbeitet. Wie vertrug sich das mit Ihrer Arbeit als Autor?

Das ist eine Überlebensfrage. Vom Schreiben kann man in Albanien nicht leben. Der Künstlergemeinde ist völlig klar, dass man für das tägliche Brot bei einer staatlichen oder öffentlichen Einrichtung anheuern muss. Ehrlich gesagt habe ich mein Büro dort hauptsächlich als Studio genutzt. Ich wurde von der Regierung nicht an meiner Arbeit gehindert. Sonst hätte ich dort sofort aufgehört.

Können Schauspieler von ihrer Arbeit leben?

Freie Schauspieler nicht. Sie gehen oft ins Ausland, um in gewöhnlichen Berufen zu arbeiten. Aber als Schauspieler kommen sie dort wegen der starken Konkurrenz nicht durch. Obwohl wir eine gute Schauspielschule haben. Nur am Nationaltheater und einigen Stadttheatern gibt es feste Ensembles, aber ich finde, die schaden dem albanischen Theater. Es ist nicht sinnvoll, Leute auf Abruf zu bezahlen. Junge Schauspieler kommen in dieses geschlossene System nicht hinein. Ich sähe gerne den Markt geöffnet, das System reformiert. Wären die Theaterhäuser und die Ensembles getrennt, würde das eine völlig neue Wirklichkeit schaffen. Da engagiere ich mich auch persönlich in Artikeln und Interviews. (more…)