Posts Tagged ‘Island’


„No man is an island, entire of itself, every man is a piece of the continent“ – this quote, noted on the flyleaf of my school notebook, served as a dam against floods of loneliness for a long time. Now the image has resurfaced in the contemplation of theatrical landscapes.

Spotlights draw islands onto the boards that represent the world; illuminated bodies flood spectators sitting in the dark with their words. Are they stranded, have they found footing on these islands and do they tell of their attempts at rescue, flailing their arms and throwing message-filled bottles into space? Is the whole theatre an intoxicated ship, searching for land, while outside dark estimates are raging? (more…)


In “Liebe Isländer” der Mindgroup geht es um Rechnungen und zwanghafte Gespräche über Banalitäten.

Die "Lieben Isländer" mit unbeglichenen Rechnungen. Foto: Martin Kaufhold

Einen Mojito kann man auf ganz unterschiedliche Arten zubereiten. Fehlt die Limette, kann man auch einen Mandarinenschnitz oder gar Schnittlauch nehmen. Der Isländer weiß, wie man improvisiert, denn seit dem Finanzgau ist Europas größte Insel nicht nur geografisch, sondern erst recht wirtschaftlich abgeschottet.

Der Staat ist bankrott. Allen Betroffenen schneien nur noch Rechnungen ins Haus. Ab jetzt muss jeder das Leben nehmen, wie es kommt. Das gilt auch für die sieben isländischen Staatsbürger, die in “Liebe Isländer” ganz abenteuerlich ausgebeulte Sportklamotten mit Lederjacken oder schickem Fummel kombinieren (Kostüme: Stefania Adolfsdóttir). Und dann sind sie auch noch in einem Käfig eingepfercht und reden über allerlei Belangloses.

Im Hintergrund laufen auf mehreren Bildschirmen synchron Bilder aus der Welt des Fernsehens und Internets. Das sind Fenster der Popkultur, durch die unzusammenhängende Sequenzen, wie Animationsfilme, Reality-Shows oder Werbungen für BHs zum Aufpumpen, zu den isolierten Isländern durchdringen. (more…)


Wie kommen politische Themen in Theatertexte? Der isländische Regisseur Jón Páll Eyjólfsson, die türkische Schauspielerin und Autorin Ceren Ercan und der schwedische Autor Jonas Hassen Khemiri sprachen über die Entstehung ihrer Stücke. Während es in „Liebe Isländer“ um die Verarbeitung der Finanzkrise geht und sich die drei Frauen von „Hässliches Menschlein“ in einer Gesellschaft behaupten müssen, die sie ausstößt, versuchen die Figuren in „Wir sind hundert“, die Welt zu verändern. Ausgewählte Statements der Podiumsdiskussion „Wirkungsmöglichkeiten politischer Themen auf dem Theater“. (more…)


Russische Winter und Sonnenuntergänge im französischen Avignon: Yvonne Büdenhölzer, eine Reisende in Theaterwelten.

Weißrussische winterliche Weiten. Valery Anisenko, Yvonne Büdenhölzer und Andrej Kurejtschik. Foto: privat

Sieben Minuten vor dem Gesprächstermin. Wo liegt eigentlich Yvonne Büdenhölzers Wiesbadener Apartment? Plötzlich flitzt die 33-jährige Festivalmanagerin auf ihrem Fahrrad vorbei. Die kurzen blonden Haare wehen im Fahrtwind, dann biegt sie rechts ab. Oben dann in der Wohnung, die den spartanischen Charme einer Übergangslösung ausstrahlt: „Ich geh immer zu spät los, auf den letzten Drücker. Und ich habe diese schlechte Angewohnheit, es auch noch gut zu finden, wenn ich mit der Rolltreppe am Gleis ankomme und der Zug gerade einfährt.“ Aber auf ihren Reisen habe sie trotzdem noch nie ein Flugzeug verpasst, fügt sie ein bisschen stolz hinzu. Nicht allein ihr Verdienst. Denn Maya Schöffel, die organisatorische Leiterin von NEUE STÜCKE AUS EUROPA, kümmert sich neben der Stückrecherche auch um die Planung der Auslandsaufenthalte. Zug- und Busfahrpläne, wichtige Telefonnummern, Übersetzer, alles perfekt vorbereitet.
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Viele gute Dinge kommen aus Reykjavík!” heißt ein Stück, das zeitgleich mit dem Start der Theaterbiennale auf einer kleinen Wiener Bühne zu sehen sein wird. Der Titel mag ironisch gemeint und Island mit Finanzkrise und böser Aschewolke in letzter Zeit eher in Verruf geraten sein. Künstlerisch jedenfalls ist man dort mit Erfolg bemüht, uns viele gute Dinge zu schicken: wie etwa die Mindgroup, die mit “Liebe Isländer” in Wiesbaden gastiert. Island hat 318.000 Einwohner, eine Oper, drei Sprechtheater, viele freie Gruppen – und seit 2005 ein Universitätsinstitut für Theater, das die Szene mit neuen Menschen, aber auch neuen Formen besetzt. Wir sprachen mit Magnus Þór Þorbergsson, 39, Lehrgangsleiter für “Theorie und Praxis” an der Listaháskóli Íslands, einer von Europas jüngsten und modernsten Theaterakademien. (more…)