Posts Tagged ‘Manfred Beilharz’


… dann startet NEUE STÜCKE AUS EUROPA mit seinem Jubiläum zum 20-jährigen Bestehen. Noch einmal schlafen, dann kann hier in einem Live-Blog von der zweiten Pressekonferenz nachgelesen werden, welche Stücke sich zu den ersten zehn Einladungen gesellen dürfen.

10.43: Seit einer halben Stunde suche ich im großen Foyer in Wiesbaden den Internetzugang. Das Laptop fühlt sich wohl, wo es so hübsch durch die Gegend getragen wird. (more…)


Am 18. Januar 2012 ab 11.00 Uhr ist es soweit: Auf der ersten Pressekonferenz von NEUE STÜCKE AUS EUROPA werden bereits zehn eingeladene Stücke bekannt gegeben.

Wer wird im Juni die noch sehr einsame Gesellschaft erweitern? Foto: Katrin Schmitz

Wer selbst nicht im Staatstheater Mainz dabei sein kann, der kann zeitgleich hier beim live-Blog im Minutentakt mitlesen wer im Juni kommt, wo sie vorher losfahren und was sie im Gepäck mitbringen. Außerdem wird zu lesen sein, wo Tankred Dorst gleich nach der Pressekonferenz hinreist und warum.

10.19: Damit das Warten nicht so langatmig wird, kann man jetzt schon im Foyer auf der Großleinwand den neuen Trailer sehen: What’s your favourite European word?

10.55: Langsam füllt sich das Foyer. Die ersten Fotos werden gemacht. Der Trailer läuft immer noch und ich weiß jetzt schon, welchen Ohrwurm ich heute Abend habe (übrigens zum Thema “favourite European word”: Die Engländer haben des deutsche Wort Ohrwurm zu earworm eingeenglischt).

10.58: Die erste Kamera wird aufgebaut…

11.00: Eigentlich müsste es gleich losgehen. Die ersten Journalisten setzen sich, die meisten stehen aber noch am Kaffee-Buffet. Matthias Fontheim trifft im kleinen Haus ein. Blitzlichtgewitter. Wirklich. (more…)


Wie viele Stunden schlafen Sie momentan?

Fünf bis fünfeinhalb.

Der Intendant auf der Couch. Foto: J. C. Heller

Wenn Sie in eine der Figuren dieser Biennale schlüpfen könnten, welche wäre es?

Schwierig, weil meistens Frauen im Mittelpunkt stehen. Aber ich würde sagen, einer der beiden Bodyguards des afrikanischen Diktators aus “Bab et Sane”, der kleinere. Der Autor hat ihm eine Sprache in den Mund gelegt, die mich an Karl Valentin erinnert.

Welcher Droge sind Sie verfallen?

Dem Theater.

Denken Sie, dass Sie etwas verpasst haben, weil Sie nicht Jurist geworden sind?

Nein. Ich hätte ja damals auch ins bayerische Kultusministerium gehen können, habe mich aber für die schlecht bezahlte Assistentenstelle an den Münchner Kammerspielen entschieden.

Wo würden Sie am liebsten wohnen?

In Istanbul, wo mein Bruder lange Zeit Arzt war. Das ist für mich derzeit die aufregendste Stadt Europas mit einer unglaublich kreativen Kunstszene und ganz vielen normalen Leuten, die nicht das Gefühl haben, sie seien der Nabel der Welt, wie die Pariser oder die Berliner. Die Stadt wurde von der griechischen, römischen, seldschukischen Geschichte und von den Osmanen geprägt, später dann von den Genuesen. Und von all dem sind noch Zeugnisse da und stehen unverbunden nebeneinander. (more…)


Vom Verschwinden des Autors, v.l.n.r.: Übersetzerin Maja Speranskij, Tankred Dorst, Manfred Beilharz, Ursula Ehler. Foto: Jakob C. Heller


Hintergrundgespräch des FORUM JUNGER THEATERKRITIKER mit dem Intendanten Manfred Beilharz im Foyer des Staatstheaters Wiesbaden: Er ist schon da, führt uns zum Konferenztisch und nimmt Platz, die Arme links und rechts auf den Stuhllehnen, und erinnert sich:

Keks-Selektion: Manfred Beilharz, der 1992 zusammen mit Tankred Dorst die Biennale ins Leben rief, im Gespräch mit dem Forum Junger Theaterkritiker. Foto: Nikola Richter

1992. Euphorie nach der deutschen Wiedervereinigung. Wie geht es weiter mit Europa? “Ich war damals zu einem großen Hearing eingeladen, auf dem die Frage diskutiert wurde, was die EU mit Kulturförderung zu tun hat”, erzählt Manfred Beilharz, der in seiner Zeit als Bonner Intendant zusammen mit Tankred Dorst die Biennale gegründet hat. Man habe die Einführung eines europaweiten Theatergesetzes diskutiert. “Dann habe ich die gefragt: Habt ihr irgendeine Ahnung, was in euren Nachbarländern passiert?” Um diese Wissenslücke zu schließen, habe er das Festival erfunden, das Europa in seiner Unterschiedlichkeit und Ähnlichkeit zeige. 2002, bei seinem Wechsel nach Wiesbaden, nahm er es gleich mit. (more…)


Interview mit Manfred Beilharz auf Hr2-Kultur, MIKADO am 9. Februar 2010.


For the 10th anniversary of the Biennale “New Plays from Europe,” we would like to incorporate you into the program planning process a little earlier than usual. I founded this festival 20 years ago in Bonn – and I was able to win over Tankred Dorst for the idea. The first edition subsequently came out in 1992 – that’s 18 years ago now. Back then, Rainer Mennicken was also on board.

“New Plays from Europe” is the world’s largest international festival – or, to be a little more modest: the only large international festival that solely features the works of new authors. Nowadays, there are many festivals out there: for singing, music, the best production, the best performance – but to this day, there have been few international initiatives dedicated exclusively to living authors.

We limit ourselves to authors from Europe – not out of Eurocentrism, but because it would be nearly impossible to conduct serious research otherwise.

This festival is for authors by authors. We make our selection with the help of our so-called “patrons” – renowned playwrights from diverse European countries; we currently have a total of 41 patrons, who assist us by recommending the best, most exciting and most unusual works by their national colleagues.

We then put together our program based on these recommendations.

The festival’s team of artistic directors consists of Manfred Beilharz, Tankred Dorst/Ursula Ehler and, for the first time, Yvonne Büdenhölzer, who previously headed the Stückemarkt at Berlin’s famous Theatertreffen festival. Marie Rötzer is aiding our research efforts from Mainz. And Maya Schöffel has once again assumed a very important position, in which she takes responsibility for research coordination and calling the shots.

Throughout the past few months, the team of artistic directors has traveled approx. 60,000 kilometers across the European continent.

In its 10 editions, the festival has presented about 250 plays by nearly as many European authors; everything was shown in the original language with a simultaneous translation into German. An unimaginable treasure – completely documented in our extensive catalogues.

As for the authors, this festival has been a deciding factor in the making of quite a few international careers: these include Vassily Sigarev, Dejan Dukovski, Jon Fosse, Enda Walsh, Yevgeni Grishkovetz, Werner Schwab, Yasmina Reza, the two recipients of the Premio Europa 2007 Biljana Srbljanovic and Alvis Hermanis, and many more.

Following my move from Bonn to the Staatstheater Wiesbaden, we succeeded in bringing this festival with us to Hessen in 2004. The 2004 edition was held together with the Schauspiel Frankfurt. In 2006, we hosted it alone in Wiesbaden. Just as in 2008, the coming 2010 edition of the festival (from 17-27 June 2010) will take place in cooperation with the Staatstheater Mainz. I am absolutely thrilled that I was able to convince Matthias Fontheim and the state of Rheinland-Pfalz to get involved in this venture.

I sincerely hope that the 2010 edition of the festival turns out to be just as exciting as in the past 10 years. Come be a part of it!

Dr. Manfred Beilharz
Artistic Director of the Theatre-Biennale – New Plays from Europe
Artistic Director of the Hessisches Staatstheater Wiesbaden


Wir wollen Sie beim 10. Jubiläum der Biennale „Neue Stücke aus Europa“ etwas früher als sonst in einen Teil unserer Programmüberlegungen mit einbeziehen. Das Festival wurde vor 20 Jahren in Bonn von mir gegründet – es gelang Tankred Dorst für diese Idee zu begeistern. Die erste Ausgabe fand dann 1992 statt – vor nunmehr 18 Jahren. Damals war Rainer Mennicken mit von der Partie.

„Neue Stücke aus Europa“ ist das weltweit größte internationale Festival – oder, sagen wir es bescheidener: das einzige große internationale Festival, das ausschließlich neue Autoren zeigt. Es gibt inzwischen viele Festivals: für den Gesang, die Musik, die beste Inszenierung, der beste Interpret – aber damals wie heute wenige internationale Initiativen, die sich ausschließlich dem lebenden Autor widmen.
Wir beschränken uns auf Autoren aus Europa – nicht aus Eurozentrismus, sondern weil sonst die Recherche nicht mehr seriös durchgeführt werden kann.
Das Festival ist ein Festival für Autoren von Autoren. Bei der Auswahl bedienen wir uns der Hilfe von sogenannten „Patinnen“ und „Paten“ – selbst renommierte Dramatiker aus den verschiedenen europäischen Ländern, im Augenblick 41 an der Zahl, die uns von den Arbeiten ihrer nationalen Kollegen die jeweils aufregendsten, ausgefallensten, besten empfehlen.
Aus deren Vorschlägen wird von uns dann das Programm zusammengestellt.
Die künstlerische Leitung besteht aus Tankred Dorst/Ursula Ehler, Manfred Beilharz und zum ersten Mal Yvonne Büdenhölzer, bisher Leiterin des Stückemarkts beim Berliner Theatertreffen. Für Mainz recherchiert Marie Rötzer. Eine ganz wichtige Funktion hat Maya Schöffel, die nicht zum ersten Mal die Recherche leitet und die Fäden in der Hand hält.
Die künstlerische Leitung ist in den vergangenen Monaten ca. 60.000 Kilometer durch diesen Kontinent gereist.

In seinen 10 Ausgaben hat das Festival etwa 250 Stücke von fast ebenso vielen europäischen Autoren gezeigt; alles in Originalsprache, mit deutschen Übersetzungen. Ein unvorstellbarer Reichtum – alles dokumentiert in den aufwändig gemachten Katalogen.

Nicht wenige internationale Dramatiker-Karrieren sind von diesem Festival ausgegangen: Hierzu gehören Wassiliy Sigarew, Dejan Dukovski, Jon Fosse, Enda Walsh, Jewgeni Grischkowjez, Werner Schwab, Yasmina Reza, die beiden Träger der Premio Europa 2007 Biljana Srbljanovic und Alvis Hermanis u.v.a.

Es ist uns gelungen, nach meinem Umzug von Bonn ans Staatstheater Wiesbaden dieses Festival 2004 nach Hessen mitzunehmen. 2004 gab es eine Ausgabe zusammen mit Schauspiel Frankfurt, 2006 haben wir es in Wiesbaden alleine gemacht, das Festival 2008 und das kommende 2010 ( vom 17. bis 27. Juni 2010) machen wir jetzt zusammen mit dem Staatstheater Mainz. Ich freue mich über alle Maßen, dass ich Matthias Fontheim begeistern konnte, hier mitzumachen, und dass auch das Land Rheinland-Pfalz mit einsteigt.

Ich hoffe sehr, dass wir 2010 wieder ein so aufregendes Festival wie in den vergangenen 10 Ausgaben zustande bringen. Seien Sie mit dabei!

Dr. Manfred Beilharz
Künstlerische Leitung Theaterbiennale – Neue Stücke aus Europa
Intendant Hessisches Staatstheater Wiesbaden


Your selfless dedication to our festival has continued to astound me for 18 years. I look forward to seeing you in June 2010 in Wiesbaden and Mainz – and to hearing the polyphony of European voices and exciting debates! Yours, Manfred Beilharz

Cela fait maintenant 18 ans que j’admire votre travail tant altruiste pour notre festival. Je me réjouis de vous retrouver tous en juin 2010 à Wiesbaden et à Mayence – et de retrouver aussi l’ensemble de voix européennes et des discussions passionnantes! A très bientôt, Manfred Beilharz

Seit 18 Jahren stehe ich staunend vor euerer selbstlosen Mitarbeit an unserem Festival. Ich freue mich auf Euch im Juni 2010 in Wiesbaden und Mainz – und auf das europäische Stimmengewirr und spannende Debatten! Euer Manfred Beilharz