Posts Tagged ‘Martin Heckmanns’


Sie hat gerade ein Füßchen in der Tür, er ist seit zehn Jahren im Geschäft. Er leitete bei der Biennale einen Autorenworkshop, sie zeigte ihre zweite Uraufführung. Martin Heckmanns (38) und Lisa Danulat (27) über unterschiedliche Schreibperspektiven.

Sind Sie einander schon mal dramatisch begegnet?

Ich bin auch da! Lisa Danulat und ein bisschen Heckmanns. Foto: Lisa Danulat

Danulat: Ich habe in Düsseldorf ein Stück von Dir gesehen. „Hier kommen wir nicht lebendig raus. Versuch einer Heldin.“

Heckmanns: Ich habe nichts von Dir gelesen und gesehen.

Glauben Sie, dass Sie als Autorin heute schwerer in den Betrieb rein kommen als Martin Heckmanns vor zehn Jahren?

D: Im Moment habe ich ja ein Füßchen in der Tür, und ob der restliche Körper noch nachschiebt, verhandele ich gerade mit mir. Wenn ich das mit mir geklärt habe, kann ich mir auch ein Bild darüber machen, inwieweit die Tür geöffnet werden sollte. Dann muss ich den Schritt gehen, klopfen. Momentan bin ich beim Fußabtreter und schaue mir das erstmal vorsichtig an.

H: Das sind Sportreporter-Fragen. Aber nein, eigentlich nicht, die Gier nach Uraufführungen ist ja ungebrochen. Ich bin auch anders rein gekommen, habe in meiner Heimatstadt eine Uraufführung gemacht mit einem Schauspieler zusammen, das war also nicht über die üblichen Förderprogramme, sondern selbst organisiert und hat sich dann weiter ergeben. Ich finde es auch interessant, dass man hier so viel über Betrieb nachdenkt und im Verhältnis wenig über Inhalte, Geschichten, Anliegen. Der Markt hat ja etwas Objektivierendes. Da weiß man: Wer ist drin, wer ist nicht drin, wer ist unten, wer ist oben. Ich verstehe, dass es einen sportlichen Ehrgeiz erzeugt, darüber zu reden. Aber mit Theater hat das erstmal nichts zu tun. (more…)


Und einmal mehr ist es Zeit für einen Live-Blog: Das FORUM JUNGER THEATERKRITIKER trifft in den intimen, warmen Räumlichkeiten des Presseclubs einige der Teilnehmer des FORUMs JUNGER AUTOREN EUROPAS unter Leitung von Martin Heckmanns. Warum? Weil die Kritiker die Autoren brauchen, die Autoren die Kritiker, und beide dennoch gewisse Abneigungen gegeneinander haben – könnte man zumindest meinen. Im Zentrum der kommenden Stunde also die Frage: Was erwarten Kritiker von ihren Autoren, was Autoren von ihren Kritikern? Eines auf jeden Fall: Nicht aus dem Kontext herausgelöst zitiert zu werden. Da freut sich der Live-Blogger. (more…)


Martin Heckmanns und Marc Ravenhill leiten das “Forum junger Autoren Europas”. Nachwuchsdramatiker schreiben Texte, diskutieren und präsentieren sie. Von Anfang an allerdings läuft ihnen die Zeit davon.

Manuskriptanalyse: Maren Wiederhold (Praktikantin) und die Autoren Paul Riemann, Dennis Kubek, Milena Oda, Martin Heckmanns, Dominic Oley, Pavlo Arie.

Der erste Tag. 21 Autoren und zwei Leiter stehen unschlüssig vor dem Eingang des Nassauischen Kunstvereins und trauen sich nicht hinein. “Weil wir Angst haben, dass die Alarmanlage losgeht” erklärt Martin Heckmanns, derzeit Hausautor/Dramaturg am Staatsschauspiel Dresden und Leiter der deutschsprachigen Autorengruppe.

Bei der Vorstellungsrunde geht es gleich ans Eingemachte: Heckmanns möchte erfahren, wie das so war mit den Initiationserlebnissen und welche Erwartungen an das eigene Schreiben vorherrschen. Damit niemand in die Verlegenheit kommt, als Erster sprechen zu müssen, beginnt er selbst mit einer Offenbarung: “Ich bin auf dem Weg der Anpassung, deshalb würde ich mir gerne von eurer Freiheit etwas abzapfen.” Unter Freiheit versteht Heckmanns, schreiben zu können, worauf man Lust hat, ohne auf jene pragmatischen Hintergedanken Rücksicht nehmen zu müssen, mit denen er nun als Hausautor zu kämpfen hat: Wie viele Schauspieler verträgt das Budget, welche sind verfügbar, was geht in der Ausstattung? (more…)