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Wollen Sie sich vom Festivalstress erholen und dabei noch etwas sehen? Zehn Minuten Busfahrt nördlich vom Staatstheater liegt der Wiesbadener Stadtteil Eigenheim. In ruhiger Atmosphäre lassen sich hier ganz andere Formen der Inszenierung betrachten. Einer unserer Ausflugstipps.

Versteckte Villen: Wiesbaden-Eigenheim. Foto: Lea Gerschwitz

Mit dem Bus zum “Eigenheim”. So heißt die Endstation der Linie 8. Bitte alle aussteigen. Wer hier, im so nüchtern klingenden Stadtteil im Wiesbadener Nord-Osten ein Haus sein eigen nennen kann, hat es wohl geschafft. Jedes Haus ist eine Anlage: Gründerzeitvillen mit Stuck und halbrunden Erkern stehen neben großzügigen Fachwerkhäusern, Backsteinbauten mit unendlichen Doppelfensterreihen und schlossähnlichen Türmchen. Wie sich in diesem Wohngebiet Architekten in großen Formaten ausgetobt haben, ist selbst für Wiesbadener Verhältnisse beeindruckend. Schlichtere Mehrfamilienhäuser tauchen zwar auch vereinzelt auf, wollen aber nicht so recht nach WI-Eigenheim passen. Wer ein paar Straßen entlangläuft, bemerkt, wie die Vorgärten immer parkähnlicher werden, wie die Gebäude immer weiter von den Gehwegen wegrücken, bis schließlich nur noch verschnörkelte Eisentore und entfernt Terrassen und Ziergiebel zu erkennen sind. Privatsphäre und Sicherheit sind garantiert. Die Szenerie verändert sich schlagartig, als ein grau-brauner Baukoloss in Sichtweite kommt. Umringt von Stacheldrahtzaun und Kameras sieht er aus wie ein Hochsicherheitsgefängnis. Hier sitzt das Bundeskriminalamt, sicherer geht es nicht. Aber schöner? Dann doch lieber zurück ins Eigenheim.


Da man Naherholung in Mainz großschreibt, wird der Stadtpark gerade ausgebaut. Jenseits von Staub und Bau-Ödland kann man sich aber schon mal im Grünen verlieren. Ein Spaziergang. (Weitere Ortstipps hier.)

Grrrrrrr. Foto: Judith Drokur

Nach dem größtmöglichen Umweg komme ich mit dem Bus an der Haltestelle “Volkspark” in der Mainzer Oberstadt an und irre etwas orientierungslos umher. Eine Hinweistafel sagt “links abbiegen”, und ich tauche ein ins Grün riesenhafter Bäume, ins Glitzern der Sonnenlichtspiele im Parkbrunnen. Plötzlich vernehme ich aus einem unscheinbaren kleinen Gebäude quäkende Rufe und leises Zwitschern. Es handelt sich um das Vogelhaus des Stadtparks. Großes Flattern, als ich hereinkomme. Die Attraktion, die beiden bunt leuchtenden Aras, verstecken sich allerdings schnell unter einem hohlen Baumstumpf. Also sehe ich mir die anderen Vögel an, die durch ihre Voliere staken und piepsen und sich bestimmt furchtbar langweilen, so eingesperrt. Kaum drehe ich den Papageien aber den Rücken zu, wagt sich zumindest einer aus dem Baum. Er beobachtet mich, sitzt steif auf einem Blumentopf und krächzt ganz leise. Ich interpretiere seine Wortmeldung als Ärger angesichts des zudringlichen Besuchers, respektiere die Privatsphäre der Familie Ara und verlasse das Vogelhaus.

Wieder draußen bemerke ich blaues Wasserglitzern und sehe den Rhein, in der Ferne verschwimmt eine Brücke über dem Fluss. Märchenhaft, das will ich mir genauer ansehen. Geht aber nicht, denn Bahngleise trennen mich vom Rheinufer. Und da rauscht auch schon ein Zug vorbei. Ich lasse mich weiter treiben, bis mir ein Duft in die Nase steigt. Im Rosengarten blüht es weiß, rosa und rot. “Gehen sie da bitte mal weg?“, verscheucht mich ein Hochzeitsfotograf genervt. Die Rosen sind für alle da, könnte ich ihm entgegnen. Aber ich bin schon so naherholt, dass ich friedlich lächle und verschwinde.


Die Schokoladenmanufaktur Kunder in Wiesbaden ist besonders für eine Süßigkeit berühmt. Wir haben probiert.

Mag alle Pralinen: Verkäuferin Lena Betz. Foto: Judith Drokur

“Stammhaus der Wiesbadener Ananastörtchen” ist auf einem Schild an der Chocolateria Kunder in der Wilhelmstraße zu lesen, an dem ich jeden Tag auf dem Weg zu unseren Redaktionsräumen vorbeilaufe. Seitdem gehen mir diese Ananastörtchen nicht mehr aus dem Kopf. Ich muss sie endlich probieren und betrete den Laden. Seit 1898, als die Chocolateria im Familienbetrieb gegründet wurde und Wiesbaden noch Kurhauptstadt war, sind die Kunders berühmt für ihre Ananastörtchen. “Die Kurgäste brauchten schließlich was Süßes zum Mitnehmen und waren begeistert von der exotischen Frucht”, erzählt Geschäftsführerin Charlotte Brand. Die Confiserie hat viele Stammkunden, die ein bis drei Mal pro Woche ihre Ration abholen, meistens prall gefüllte Pralinentüten. Schokolade hilft schließlich beim Entspannen.

Die berühmten Ananastörtchen. Foto: Judith Drokur

Ich habe auch langsam einen Kurzurlaub nötig. Also nehme ich am Fenster der Schokoladenmanufaktur Platz und betrachte die mondänen Prachtbauten Wiesbadens, die heute bestimmt nicht weniger eindrucksvoll sind als vor 100 Jahren. Die Kurgäste staunten da wohl auch nicht schlecht. Das Zellophanpapier knistert, als ich mein kleines rundes Törtchen erwartungsvoll auspacke… und wirklich, zu köstlich, diese Komposition aus feinem Marzipan, dunkler Schokolade, halbknackiger Waffel und frischer Ananas! Hat etwas von der Dekadenz des Fin de siècle. Fährt da nicht gerade eine Pferdekutsche vorbei? Und wo ist eigentlich mein Sommerpelz? Ich trinke noch einen Schluck Kaffee aus der weißen Porzellantasse und fühle mich ein bisschen wie eine feine Dame der Jahrhundertwende.

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Wohin nach dem Theaterbesuch an einem lauen Sommerabend? Ein Ort mit Weitblick in Mainz.

An den Wassern zu Mainz saßen wir und schauten. Foto: J. C. Heller

Was macht man an einem lauen Sommerabend nach dem festlichen Theaterbesuch? Raus aus der Abendgarderobe, weg mit dem Sektglas und im Mercedes nach Mainz – hier, an der Fort Malakoff-Terrasse, kann sich auch der arrivierteste Theaterconnaisseur wieder wie ein armer Student fühlen. Mir fällt das nicht sonderlich schwer, Student bin ich noch und prekäre Arbeitsverhältnisse sind sowieso en vogue. Also setze ich mich auf die sonnengewärmten Holzstufen. Gerade im Sommer treffen sich hier jeden Abend Studenten, Musizierende und Liebende. Pärchen und Grüppchen sitzen zusammen, trinken Wein oder Bier aus der Flasche, unterhalten sich und schauen raus auf den Rhein. Ein Jogger joggt vorbei, ein Radfahrer radfahrt hinterher, der Fluss fließt unbeteiligt. Ich zünde mir eine Zigarette an und schließe mich den schweigend Starrenden an. Man blickt direkt auf das hessische Rheinufer. Drüben ist alles begrünt, mit Bäumen bepflanzt und wirkt fast wie eine bessere Welt. Neben mir nehmen ein paar Freunde Platz, sie packen zwei Gitarren aus und stimmen ein spanisches Lied an. Nein, die bessere Welt ist gleich hier, neben mir.

Andere Ausgeh- und Weitergehtipps hier.


Nicht nur das Theater ist für junge Kritiker ein Anziehungspunkt, auch das Casino hält einiges bereit. Wer die Spielbank drückt, bemerkt die billigen Tricks beider Spielstätten.

Tritt ein in den Spielraum. Foto: Judith Kärn

Faites vos jeux!, murmelt der Croupier mit Samtstimme. Gelassen verteilt er Jetons für das nächste Roulettespiel. Er hat Charme, Stil und seine naiv dreinschauenden Augen locken, all die guten Ratschläge der Eltern über Bord zu werfen, selbst zum infamen Spieler zu werden und in die dunkel-faszinierende Welt der Sucht tief einzutauchen. Faites vos jeux! ist auch die Devise des Theaters und wie sich das Casino eines gutaussehenden Sunnyboys bedient, biedern sich im Theater attraktive Schauspieler an, die den Traum von der anderen Welt des Glücks wahr machen wollen.

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Wenn Sie wissen wollen, wo wir newplays-Journalisten arbeiten: im Wiesbadener Presseclub. Hier entsteht auch gerade unsere erste “Printblog”-Ausgabe, die alle Mainzer und Wiesbadener morgen in den Händen halten können.

Der Flipchart liefert die Bildunterschrift zur Ahnengalerie. Foto: Karl W. Flender

Ich betrete den Presseclub und mir schlägt Rotary-Club-Feeling entgegen. Dunkle Holztische und mit grünem Leder bezogene Stühle, eine reichhaltige Bar, der goldene Kronleuchter. Ehrfürchtig betrachte ich die Ahnengalerie an den Wänden, unglaublich, wer schon in diesen heiligen Hallen weilte! Steinbrück, Wowi, Möllemann. Ich muss etwas über ein Portrait schmunzeln, zu dem wohl die örtliche BILD-Redakteurin die Bildunterschrift verfasst hat: “AIDS-Pfarrer Stefan Hippler besucht den Presseclub!”

Und wie sie alle gestikulieren! Entweder diese Trappatoni-Geste, bei der die vier Finger zum Daumen geführt werden, oder der ausgestreckte, der erhobene Zeigefinger. Oder die Mr. Spock Fingerartistik, bei der zwischen Mittel- und Ringfinger eine Lücke besteht, dann das rechtwinklig abgeknickte Handgelenk, oder die zur Decke geöffneten Hände, als würde das Gewicht zweier Weinflaschen miteinander verglichen. Bei uns in der Redaktionssitzung dagegen: Gestik-Lethargie. Wir müssen wohl noch auf die Weide.

Aus jedem zweiten Ahnenportrait spricht außerdem ein rotweinseliger Blick. Es werden mitunter absurde Diskussionsvorwände gefunden, um die Bar zu plündern (drei offene Weine), zum Beispiel: “Wie der Wein zum Fußball passt” oder “Wie sich der deutsche Wein in der Welt behaupten will”.

Am letzten Redaktionstag werde ich heimlich ein Foto austauschen. Dann blicke ich auf ewig bei einem Glas Rotwein von der Wand – wahrscheinlich wird dafür ein Bild von Kristina Köhler daran glauben müssen.

S 8


Unser Ortstipp diesmal: die S-Bahn zwischen Frankfurt, Mainz und Wiesbaden. Mehr Orte hier.

19:45, Wiesbaden, Gleis 3. Für die Frankfurterin geht es ab nach Frankfurt, raus aus dem Wiesbadener Exil! Und für die Mainzer geht es zurück in ihre Studentenstadt, in der die Menschen etwas bodenständiger, dafür weniger konservativ sind. In der Bahn ist es stickig, man spürt die Wärme all derer, die sich den ganzen Tag über durch die Gänge geschoben haben. Langsam setzt sich die Bahn in Bewegung, schnurrt und tuckert, vorbei am Schlachthof mit seinen orangefarbenen Wänden, in dem oft Konzerte stattfinden. Die Stimmung in der Bahn ist ausgelassen, der Feierabend da. Eine Gruppe Gehörloser steht im Gang und unterhält sich in Gebärdensprache, sie lachen. Plötzlich eine Durchsage, in gewohnt muffiger Manier dargeboten und so genuschelt, dass ihr Inhalt leider unverständlich bleibt. Die einen meinen: Wenn man nach Frankfurt will, muss man jetzt in Mainz aus- und in die Regionalbahn umsteigen. Die anderen sagen, sitzen bleiben, die wird schon gleich weiterfahren. Ich entscheide mich für ersteres, flitze über den Bahnsteig, springe in den Regionalexpress – und werde sanft nach Frankfurt geschaukelt.


Während der Biennale geben wir Ihnen täglich touristische Tipps. Heute ein Blick von oben.

Der Heilige Martin hoch zu Ross überblickt Mainz bei Sonnenuntergang. Foto: Martin Thomas Pesl

Mainz steht Kopf. Wegen der Biennale, klar. Aber auch sonst. Ich fahre abends, vor und nach dem Theaterbesuch, mit dem Aufzug zur Kupferbergterrasse hinauf – laut Beschilderung im Lift vom fünften in den ersten Stock! Oben dann schiere Weite. Die Magie der Aussichtsplattform, die alles verlässlich mit einem Stillstand der Zeit belegt. Hinter mir der nullte Stock, schicke Häuser im Kolonialstil. Vor mir: Mainz mit 3 Hochhäusern, einer hochgehissten Deutschlandflagge, etwa 19 Kirchtürmen und darunter einer scheinbar geometrisch exakt geplanten Meeresoberfläche bei Windstärke null, bestehend aus Flachdächern. Neben mir genießt ein zweiter Martin, der heilige, mit sanfter Gleichmut auf seinem wesentlich enthusiastischeren Gaul die Panoramasicht: Dem glaube ich sofort, dass er bereit ist, seinen Mantel für dich zu zerschneiden. Sonst: zwei brave Kinder, die Einrad fahren üben; ein junger Surfer oben ohne auf der Terrasse gegenüber, wohl von der Freundin, oder eher der Mutter , oder noch eher den Schwiegereltern zum Rauchen vor die Tür geschickt; ein alter Türke, der mühsam den Kästrich plus 83 Stufen erklommen hat, um in Ruhe auf der Parkbank einen Roman lesen zu können. Ein anderer Mann im nullten Stock hinter mir schaut einfach zwischen zwei Säulen hervor. Aber auch schon seit einer halben Stunde. Vögel suchen die drohende Nacht durch beharrliches Zwitschern zu verdrängen. Und das alles im Ablauf von zwei Stunden. Der Schwiegersohn am Balkon hat sich ein T-Shirt angezogen, es ist ja doch schon kühler. Hier stehend freilich fühlt man sich sicher, dass einen die Nacht niemals einholen wird. Der Sonnenuntergang als eingefrorener Dauerszustand. Bis es dann halt irgendwann doch dunkel ist.

Mehr Besichtigungen? Hier lang.


Es sprudelt. Fotos: Lena Rittmeyer

Wir zeigen Ihnen schöne Dinge, in Mainz und Wiesbaden. Heute: ein gesundes Wässerchen.

Spaziere ich in Wiesbaden am Hessischen Staatstheater vorbei Richtung Casino, biege dann aber auf gleicher Höhe links ab, sichte ich bereits weiße Nebelschwaden, die aus den Gullideckeln neben einem Spielplatz aufsteigen. Im kleinen Pavillon, wo sich im Gegensatz zum auffälligeren UFO-förmigen ‘Kochbrunnenspringer‘ das Quellwasser abfüllen lässt, fanden sich im 19. Jahrhundert die Wiesbadener zu ihren Trinkkuren ein.

Maßvoll tut gut.

Hier lässt sich auch heute noch bequem ein mitgebrachter Behälter unter das fließende Wasser halten, was ich auch gleich voller Durst und Neugier tue. Das Wasser des Kochbrunnens enthält Mineralstoffe, ist 66,1° Celsius warm, etwas trüb und schmeckt leicht salzig. Beim Trinken umschwebt mich außerdem ein Hauch ‘faule Eier’, was ich später als Schwefelwasserstoff identifiziere. Dieser kann übrigens auch bei Flatulenzen entstehen und als Körpergas den Darm verlassen.

Die Trinkende.

Um die farblichen Veränderungen des Kochbrunnenwassers in den weiteren Stunden zu beobachten, trage ich ein volles Champagnerglas durch die Straßen Wiesbadens, wobei ich lerne, dass sich nicht nur Natrium, ein im Quellwasser ebenfalls enthaltenes Alkalimetall, durch Reaktionsfreudigkeit auszeichnet. Das wird immer trüber. Inzwischen bin ich auf Höhe des Staatstheaters, wo gerade die letzten Vorbereitungen für die feierliche Eröffnung der Biennale laufen. Catering mit Schnitten, Sekt und so. Einer sieht mein Champagnerglas  und ruft mir freudig zu: “Na sowas! Bisschen früh, ne?”


Das Festival beginnt heute: Was an Sehenswertem außer Bühne und Festivalzelt gibt es an den Austragungsorten Mainz und Wiesbaden? Die erste Ortsbegehung führt zu einem Beamtenwohnkomplex in Mainz.

Nicht den Dom, nicht die Christuskirche, nicht den Kirschgarten in der Altstadt, nicht die von Marc Chagall gestalteten Chorfenster in der St. Stephanskirche, kurz, nicht die allseits bekannten Touristenfallen möchte der Wahlpflichtmainzer Ihnen ans Herz legen, sondern einen Straßenstummel, der gemeinhin übersehen wird.

Es findet sich kein Rhein in der Nähe, kein schickes Café, keine exklusive Boutique, einzig der nicht sonderlich sehenswerte Mainzer Hauptbahnhof grüßt und lärmt nebenher: Die Baentschstraße bietet keine Kunstwerke und auch keine Souvenirs, dafür aber einen Eindruck. Sie ist tatsächlich nur eine Straße, kaum hundert Meter lang, einen Hügel sich hinaufschlängelnd und so eng bebaut, dass sie ein Mikrokosmos ist. Damals, 1905 wurde die Straße, genauer dieser dichte, verwinkelte Gebäudekomplex, als preiswerte Wohnanlage für Beamte errichtet, den Weltkrieg überstand sie im Gegensatz zum Großteil der Stadt unbeschadet.

Ein Blick in die Mainzer Baentschstraße - fehlende Übersicht ist gerade das, was diese Straße auszeichnet

Verwunschen bewachsen. Eine Terasse in der Mainzer Baentschstraße. Foto: Jakob C. Heller

Heute ist sie Momentum einer urbanen Baukultur, deren Selbstverständnis nicht dem Zweckbau huldigt, sondern der Verzierung, dem Ornament noch Platz einräumt. Vorsprünge, Treppen, Balkone, Erker und kleine Türmchen erzeugen das Gefühl, ein wenig zwischen den Zeiten und Räumen verloren zu sein. So sieht es aus, wenn Historismus, Jugendstil und ein radikaler Eklektizismus auf die städtische Platznot in der Hochzeit der Industrialisierung treffen.