Posts Tagged ‘oyun deposu’


A fateful nursery rhyme: The protagonists in “The Ugly Human-ling” are eternal outsiders in society and their own homes.

Pfui! Ugly! Elif Ürse, Yelda Baskın and Gülce Uğurlu. Photo: Martin Kaufhold.

The outlines of bodies are painted on the back wall, as if marked off with chalk by the police after an accident. In the collective production by the Turkish off-theatre group  oyun deposu, the outlines symbolize the profiles that three rather lively Turkish women – who are not the way other people think they should be – yearn to fit into. They are all young and beautiful girls who wish that these were the only reasons people notice them. In the beginning, they attempt to cram themselves into the outlines of their desired formats, gasping as they bend and stretch to fit. They are ultimately forced to give up trying.

Each of them has her own, fragmented story to tell. Though their narrative lines never cross, they do hold parallels. A few situations arise on stage that each of the women has to deal with. They have one thing in common: Each of them is an irritation, a nuisance to Turkish society caught between tradition and modern life. And they are all victims of discrimination. Woman A (Elif Ürse) conceals her hair with a headscarf as a way of carrying on her mother’s tradition. Memorizing prayers, that was child’s play for her. Then, all at once, wearing a headscarf at school was forbidden: Muslima or atheist, she doesn’t know what to believe anymore.

Woman B (Yelda Baskın) is equally divided. “Who am I, what am I?” she asks. Her father is Turkish, her mother has a Kurdish background. No one can tell this when they look at her siblings, but she stands out like a dirty stain on her family’s clean record. Her skin is too dark, her eyes pitch black. (more…)


Warum eigentlisch immer uff Hochdeutsch? Mer sann doch in Wiesbaden: die Hesse komme!

Guuude! Ei so Leut scheints wärklisch überall zu gebe. Statt dass die sich aafach mo an die eigene Nas fase, komme die als in Wallung über des, was die anner Leut mache. In de Türkei sieht des dann so aus: De eine rescht sich über die Kopptücher uff, die anner fühlt sisch wegge denne Kurden zum Hahnebambel gemacht und widder ne anner hat Angschd, dass se sisch bei ner Lesbe anstegge könnt. Knodderbiggs sann des alle!

Die aus Istanbul, wo des “Hässliche Menschlein” geschribb hann, hann da wärklisch e guude Mischung zusammegestellt. Unn uff de Studiobühne kommt’s a gut rübber, des muss mer mo sa. Des sann jo ernschte Themen…dafür wird e bissche viel gekischert. Aber warum dann eigentlich net? De Humor bewirkt vielleicht die eine oder annere Einsicht. Also, liebe Leutsche, do muss mer sich mo in so ne Situation reiversetze unn überleh, wo mer selbst wie e Auswerrdischer behandelt werd. Wenn des des Stück schafft: schee wär’s!

Mehr Hessisch Babbele im Indernedd: do lang!


Ein unheilvoller Kinderreim: Die Protagonistinnen in “Hässliches Menschlein” sind familiär und gesellschaftlich ausgegrenzt. (Hier unsere Kritik auf Hessisch).

Pfui! Hässlich! Elif Ürse, Yelda Baskın und Gülce Uğurlu. Foto: Martin Kaufhold.

Auf die Rückwand der Bühne sind Körperumrisse gemalt, als habe die Polizei nach einem Unfall mit Kreide markiert. In der Gemeinschaftsproduktion der türkischen Off-Theatergruppe oyun deposu stehen die Umrisse an der Wand aber symbolisch für das Wunschformat dreier ziemlich lebendiger Frauen in der Türkei, die nicht so sind, wie die anderen sie gern hätten. Und das, obwohl sie doch alle gleichermaßen jung sind und schön und auf der Straße eigentlich nur deshalb auffallen sollten. Anfangs versuchen sie keuchend angestrengt, in das aufgemalte Wunschformat zu passen, verbiegen und strecken sich, und kapitulieren am Ende.

Jede hat ihre eigene, fragmentarische Geschichte. Die Erzählstränge kreuzen sich zwar nie, weisen aber Parallelen auf. Es entstehen Situationen auf der Bühne, die bei den drei Frauen ähnlich verlaufen. Eines haben sie gemeinsam: Sie sind ein Störfaktor in der türkischen Gesellschaft, hängen irgendwo im Nirgendwo zwischen Tradition und Moderne und werden ausgegrenzt. A (Elif Ürse) verbirgt ihr Haar unter einem Kopftuch, denn sie möchte das Erbe ihrer Mutter sichtbar tragen. Gebete auswendig zu lernen, das war als Kind wie ein Spiel für sie. Dann wurde in der Schule plötzlich das Kopftuch verboten: Muslima oder Atheistin, inzwischen weiß sie nicht mehr, was sie glauben soll. (more…)