„Rückstoß“ – einfallslose Männerphantasie oder sauber genähter Theaterabend: Darüber kann man streiten.
Tod, Sex und Traum. „Guten Abend, Herr Freud!“, ist man bei solch einer Kombination versucht zu rufen. Um dann gleich hinterherzuschicken: „Wie konnten Sie nur vor hundert Jahren schon ahnen, was das Unbewusste auf zeitgenössischen Theaterbühnen alles anrichten kann?“ Aber das unkritische Nachspielen von Phantasien und Geschlechterklischees ist im Theater nicht gerechtfertigt. Schon gar nicht in Zeiten, in denen Frauen mitreden. Zeiten wie der Sommer 2012, in dem die bulgarische Produktion „Rückstoß“, nach einem Text von Zachary Karabashliev in der Regie von Stayko Murdzhev im Staatstheater Wiesbaden aufgeführt wird und, ohne mit der Wimper zu zucken, (more…)


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