Wie die rumänische Theatergruppe tangaProject in Bukarest öffentlichen Raum mit Kunst zurückerobert. Ein Porträt.

Sein Haus musste weg, für einen Parkplatz. Straßenagitation mit tangaProject. Foto: tangaProject
Bukarest, 6. Oktober 2006: In den Morgenstunden beherrscht den Stadtteilpark von Rahova eine raue Tristesse: aus der löchrigen Grasfläche ragen Baumstümpfe, kleine Müllhaufen sind die einzigen Farbtupfer vor der dreckiggrauen Kulisse der heruntergekommenen Großstadthäuser. Für eine Wahlkampfveranstaltung des Bürgermeisters wurden kürzlich alle Bäume im Park gefällt, die Hässlichkeit der leeren Fläche schreit den Betrachter an, die Bewohner des Stadtteils nutzen ihn kaum noch, Geld für die Parkpflege ist sowieso nicht da. Doch heute kommt Bewegung in den Park. Ein paar Menschen beginnen, den Müll aufzusammeln, später tragen sie Schaufeln und Setzlinge herbei und bepflanzen den Park selbst neu. Initiator dieser Aktion ist die freie Theatergruppe “tangaProject“ um Gründer Bogdan Georgescu, der kurzerhand in seine Heimatstadt Bistriţa in Transsilvanien gefahren ist und Setzlinge besorgt hat – ebenfalls Walnussbäume, die auch vorher im Park standen.
„Die künstlerischen Werkzeuge sind so ziemlich alles, was wir in diesem Kampf haben“
Die Mitglieder von tangaProject verstehen sich als Künstler und soziale Aktivisten gleichermaßen. In Rahova, einem sehr armen Stadtteil der rumänischen Hauptstadt, beginnen sie 2006 ihr erstes Experiment “Die Offensive der Großzügigkeit”. (more…)